Einen sehr interessanten Artikel lese ich heute in der Schweizer Handelszeitung. Dabei machen sich nahmhafte Schweizer Lebensmittelhersteller, allen voran die Nestlé, für eine Öffnung des EU-Marktes für Schweizer Unternehmen stark:
Die Schweizer Nahrungsmittelindustrie will den Agrar- und Lebensmittelfreihandel mit der EU. Die Branche hofft auf tiefere Rohstoffpreise und den Zugang zu 500 Millionen Konsumenten.
Einen Strich durch die Rechnung machen könnten ihr die Schweizer Bauern. Nicht zuletzt an sie wandte sich darum Rolf Schweiger, Präsident der Föderation der Schweizerischen Nahrungsmittelindustrien (fial), als er am Montag vor den Medien in Bern die Argumente für den Agrar- und Lebensmittelfreihandel mit der EU darlegte. Der Schweizer Markt sei gesättigt. Marktanteile liessen sich nur noch durch Verdrängung erobern, sagte der Zuger FDP-Ständerat [Kantonsvertreter im Schweizer Parlament, KS].
Anders in der EU: Roland Decorvent, Generaldirektor von Nestlé Suisse SA, illustrierte das Potenzial anhand des bereits liberalisierten Kaffee-Marktes. Innerhalb von fünf Jahren konnte sein Unternehmen den Kaffee-Export in die EU verdoppeln.
Ähnliche Wachstumsraten hält Decorvent bei anderen Produkten für möglich, insbesondere bei solchen, die aus Schweizer Rohstoffen hergestellt sind und sich mit „Swissness“ aufladen lassen.
Quelle: handelszeitung.ch
Das Thema „Swissness“ beschäftigt mich auch den ganzen Tag, wenn ich mich mit dem „Kaffi Schopp“ befasse.
Sind Sie schon einmal mit offenen Augen durch einen deutschen Supermarkt gegangen und haben danach geschaut, wieviele Schweizer Kreuze Sie mittlerweile „anlächeln“? Schweizer Käse (Appenzeller, Emmentaler, Gruyere), Schokoladen (Lindt & Sprüngli, Munz, Toblerone, Läderach), Kekse (Kambly, Toggenburger Butterbiscuit) und Zweifel-Snacks finden Sie mittlerweile in den deutschen Regalen.
Sie entdecken auch Kaffee aus Schweizer Röstereien, die jedoch nur unter Handelsmarken verkauft werden (z.B. Piu Caffè oder Schweitzers). Bedauerlicherweise hat es der Schweizer Kaffee, abseits der genannten Handelsmarken, noch nicht im größeren Rahmen in den deutschen Lebensmitteleinzelhandel oder in die Gastronomie geschafft, denn seine Bekanntheit im Markt und beim Endkunden ist noch zu gering. Hier dominieren die deutschen bzw. italienischen Großröstereien.
Nestlé profitiert bei seinem Markterfolg von Nescafé und Nespresso, die beide in der Schweiz hergestellt werden. Doch ist die Zeit nicht reif, dass auch kleinere Schweizer Röstereien den deutschen Markt erobern? Das Potential ist meines Erachtens enorm, denn das Schweizer Kreuz ist einer der emotional positivst besetzten Marken weltweit. Und die Schweizer Qualitätsröstereien müssen sich nicht vor ihren deutschen oder italienischen Mitbewerbern verstecken.
Johannes Lacker
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